Konzept

Die Calumed Herzschule ist:

  • Ein Primärpräventionsangebot für Menschen, die an Stressfolgen unterschiedlicher Ausprägung leiden und entweder dem Fortschreiten beginnender Herzsymptome (Bluthochdruck, Rhytmusstörungen, Herzsensationen, Schlafstörungen und anderen) entgegenwirken oder deren Entstehen verhindern wollen. Auch Menschen, die ‚vollkommen‘ gesund sind und sich präventiv mit einer herzgesunden Lebensweise beschäftigen wollen, sind in der Herzschule richtig.
  • Ein Sekundär- Tertiärpräventionsangebot für Menschen mit manifesten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie der koronaren Herzkrankheit, arterieller Hypertonie (Bluthochdruck), Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und anderen sowie für Menschen mit Zustand nach Herzinfarkt.

Das Herzstück der Calumed Herzschule  ist der Jahreskurs.

Dieser umfasst

  • eine Intensivwoche,
  • vier Wochenendseminare
  • und sieben Tagesseminare an jeweils einem Samstag.

In diesem Zeitraum erarbeiten sich die Teilnehmenden in der Gruppe mit Begleitung des Teams die Inhalte der Herzschule. Das klassische multidisziplinäre Angebot der Rehabilitationsmedizin aus Medizin, Psychologie, Ernährungsschulung und Bewegungstherapie wird durch gezielte ganzheitliche Maßnahmen erweitert.

Dazu zählen zum Beispiel

Die praktische Anwendung der Kreativtherapien, der achtsamkeitsbasierten Stressbewältigungsansätze, ganzheitlicher Entspannungsverfahren und weiterer erfahrungsorientierter Verfahren machen das in Vorträgen und Gesprächen gelernte konkret erlebbar und nachhaltig in den Alltag integrierbar. Es geht darum, erweiterte Aspekte der Wahrnehmung und des Umgangs mit dem eigenen Herzen aufzuzeigen. Dadurch wird eine eigenverantwortliche, gesundende Lebensweise im Sinne der Salutogenese einübbar.

Zusätzliche, vertiefende Angebote sind bei Bedarf als Einzelmodule  ( zum Beispiel „Qi Gong fürs Herz“, „Herzgesund Kochen“, „Meditationen fürs Herz“ ) belegbar.

Eine Besonderheit und ein zusätzlicher bedeutsamer Wirkfaktor des Herzschulkonzeptes ist die mögliche Teilnahme der Lebenspartner der erkrankten Menschen am Jahreskurs, insbesondere an der Intensivwoche. Verhaltensänderungen können so nachweislich effektiver und nachhaltiger in den Lebensalltag integriert werden.

Ein ursprüngliches Konzept der Herzschulen wurde 1997 in Berlin unter Leitung des Kardiologen Dr. Dr. med. Andreas Fried mit der Gründung der Havelhöher Herzschule ins Leben gerufen. Grundlegend sind hier die Studien des amerikanischen Kardiologen Dean Ornish (klinischer Professor für Medizin an der University of California).

1990 hat Dr. Ornish in der international renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ eine Studie zur Therapie der koronaren Herzkrankheit veröffentlicht, in der er erstmalig nachweisen konnte, dass durch intensive und langanhaltende Lebensstilveränderung Verengungen an den Herzkranzgefäßen signifikant und nachhaltig reduziert werden können. Langzeiteffekte wurden später publiziert (Ornish D et al.: Intensive lifestyle changes for reversal of coronary heart disease JAMA 280:2001-2007 (1998)). Bedeutsam für die Arbeit der Herzschulen ist auch das Konzept der Gesundheitsentstehung nach Aron Antonowsky (Salutogenese).